{"id":268,"date":"2021-06-17T12:44:07","date_gmt":"2021-06-17T12:44:07","guid":{"rendered":"https:\/\/aus-reiser.ch\/?p=268"},"modified":"2021-09-27T06:49:55","modified_gmt":"2021-09-27T06:49:55","slug":"21-schmetterlingseffekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aus-reiser.ch\/index.php\/2021\/06\/17\/21-schmetterlingseffekt\/","title":{"rendered":"21 &#8211; Schmetterlingseffekt"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;oder wie stark eine Aussage nachhallen kann&#8230;<\/p>\n<p>Nach und nach kommen wir an, und nur langsam verarbeiten wir die Entt\u00e4uschung.<br \/>\nDarum schreibe ich heute als Sibylle. Es w\u00e4re nicht fair, diesen Frust Bruce zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Wie Bruce in Beitrag 5 geschrieben hat; jeder hat seinen Rucksack zu tragen.<br \/>\nErfahrungen, die einen zu dem Lebewesen machen, das man heute ist. Und jeder Stein der einem in den Weg gelegt, oder in den Rucksack gepackt wird, lernt einem etwas Neues.<br \/>\nWir sind definitiv mit einem schwereren Rucksack in die Schweiz zur\u00fcck gekehrt.<\/p>\n<p>Wir haben uns monatelang auf unser Abenteuer vorbereitet, haben, f\u00fcr uns pers\u00f6nlich wichtige, Dinge verkauft, um unsere Reisekasse aufzubessern. Haben Jobs gek\u00fcndigt und unseren Reptilien ein neues Zuhause gesucht. (welches nicht besser sein k\u00f6nnte!)<br \/>\nWir haben uns sehr auf Finnland gefreut und dachten wirklich, dass wir l\u00e4nger als 1 Monat dort sein d\u00fcrfen.<br \/>\nJa, R\u00fcckblickend waren wir zu naiv. Ein Plan B und C und D w\u00e4re bestimmt gut gewesen.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte es nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten; aber zurzeit f\u00e4llt es mir extrem schwer, mich mit dem Thema &#171;Hund&#187; auseinander zu setzen.<br \/>\nDas Lernen f\u00fcr meine Ausbildung zur Hundeverhaltensberaterin f\u00e4llt mir sehr schwer\u2026 Weil so viele negative Gef\u00fchle hochkommen, die eigentlich nichts mit den Hunden zu tun haben.<br \/>\nSchlussendlich stehen hinter den Anschuldigungen gegen mich Menschen und keine Hunde&#8230;<br \/>\nErmutigt werde ich von Zora und Bruce und von dem Gedanken, dass ich diese Ausbildung begonnen habe, um Hunden, die M\u00fche haben in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen, helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn der Start in Finnland bereits schwierig war, so haben wir unser Bestes gegeben. Und sind wir ehrlich; w\u00e4re es nicht fair, jemanden auf seine Fehler hinzuweisen, anstatt nach so kurzer Zeit zu sagen, ihr k\u00f6nnt wieder Heim?<br \/>\nMir wurde noch nie gek\u00fcndigt&#8230; Aber ich glaube nicht, dass es normal ist jemandem zu k\u00fcndigen, nur weil er demotiviert aussieht, ohne ihn auch nur 1x darauf hinzuweisen, oder zu fragen, ob etwas nicht in Ordnung sei, ob er vielleicht etwas freundlicher schauen k\u00f6nnte.<br \/>\nWobei ich ehrlichgesagt denke, dass es den Hunden egal war, ob ich grinste oder nicht, oder ob ich eben meinen neutralen-autistischen Gesichtsausdruck drauf hatte. Die Hunde haben gesp\u00fcrt, dass ich Freude an ihnen hatte und dass ich motiviert war und sie genossen es auch, dass ich mit ihnen auf dem Platz herumrannte und spielte. Wobei gerade beim letzte Punkt wurde ja behauptet, dass ich so etwas nicht gemacht h\u00e4tte.<br \/>\nSelbst an dem Tag, an dem ich scheinbar so genau beobachtet wurde, habe ich den Hunden Schneeb\u00e4lle geworfen und mit ihnen gespielt.<br \/>\nDa haben die Streitereien unserer Nachbarn hier in der Schweiz doch auch etwas Gutes\u2026 W\u00e4ren auf dem Areal in Finnland auch so viele \u00dcberwachungskameras montiert wie hier bei uns, dann h\u00e4tte man ja nachschauen k\u00f6nnen, wie demotiviert oder eben motiviert ich wirklich war.<br \/>\nAuch der Vorwurf, dass ich nicht mit den Hunden spazieren ging\u2026 Hmm\u2026 Ok, zugegeben, selbst wenn man mir gesagt h\u00e4tte, dass ich mit den Hunden spazieren gehen soll, h\u00e4tte ich diese Bitte stark hinterfragt, zum Wohle der Hunde. Die Hunde kennen mich nicht nach nur einer Woche, und ich kenne die Hunde nicht. Ich w\u00e4re nicht, mit mir fremden Hunden, in die finnische Wildnis gelaufen. Nicht mit Schlittenhunden, die man nicht an einer Leine f\u00fchren kann.<br \/>\nAber der weitere Verlauf des Ganzen zeigte auch, dass da viel mehr dahinter steckte als einfach nur meine \u201eUnf\u00e4higkeit\u201c.<br \/>\nWieso sonst sollte jemand auf meiner Behinderung herum trampeln, diese als Schwachstelle nutzen, zu erkl\u00e4ren, dass ich seit 30 Jahren die einzige sei, die nicht verstanden habe, wie man mit den Hunden umzugehen hat, es ja aber auch toll sei, so aussergew\u00f6hnlich zu sein. Aussergew\u00f6hnlich? Jeder ist aussergew\u00f6hnlich.<br \/>\nAber so etwas zu schreiben und dies auf eine Behinderung zu beziehen, da fehlen mir wirklich die Worte.<br \/>\nDazu wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das mit meiner Einschr\u00e4nkung niemals hinbekommen h\u00e4tte.<br \/>\nDas kann gut sein, denn andere Musher haben mich darauf hingewiesen, dass bei dieser Anzahl Hunde eigentlich 2-4 Helfer ben\u00f6tigt werden. Also ja, wie h\u00e4tte ich das mit meiner Einschr\u00e4nkung hinbekommen sollen?<br \/>\nF\u00fcr uns wird klar; wir hatten nie eine Chance&#8230;<\/p>\n<p>Dieser Vorwurf, ich w\u00e4re die einzige seit 30 Jahren die nicht verstanden habe&#8230;\u00a0 Naja, ich habe von X Menschen geh\u00f6rt, die ihre Arbeit dort mit den Hunden nicht verstanden haben. Vielleicht habe ich meine Arbeit wirklich nicht gut gemacht, das kann sein, aber ich war bestimmt nicht die erste.<br \/>\nEin seltsames Auf- und Ab, wenn man 1,5 Wochen im Glauben gelassen wird, dass man seine Arbeit gut machen w\u00fcrde, und dann wird man von einer Minute auf die andere freigestellt.<br \/>\nSeltsam ist auch, wenn mir eine Person sagt, ich solle eine andere Person in Ruhe lassen, ich w\u00fcrde diese Person zu sehr stressen. Mal abgesehen davon, dass ich kaum Kontakt mit dieser Person hatte; sind wir nicht alle erwachsen und k\u00f6nnen f\u00fcr uns selbst sprechen?<\/p>\n<p>Aber es ist, wie es nun mal ist. In sehr kurzer Zeit wurden uns viele Steine in den Rucksack gelegt.<br \/>\nIm Moment kommen wir noch nicht wirklich mit dem neuen Gewicht zurecht. Aber wir werden von Tag zu Tag st\u00e4rker und wir werden auch diese Last tragen k\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;oder wie stark eine Aussage nachhallen kann&#8230; Nach und nach kommen wir an, und nur langsam verarbeiten wir die Entt\u00e4uschung. Darum schreibe ich heute als Sibylle. Es w\u00e4re nicht fair, diesen Frust Bruce zu \u00fcbertragen. Wie Bruce in Beitrag 5 geschrieben hat; jeder hat seinen Rucksack zu tragen. Erfahrungen, die einen zu dem Lebewesen machen, das man heute ist. Und jeder Stein der einem in den Weg gelegt, oder in den Rucksack gepackt wird, lernt einem etwas Neues. Wir sind definitiv mit einem schwereren Rucksack in die Schweiz zur\u00fcck gekehrt. Wir haben uns monatelang auf unser Abenteuer vorbereitet, haben, f\u00fcr uns pers\u00f6nlich wichtige, Dinge verkauft, um unsere Reisekasse aufzubessern. Haben Jobs gek\u00fcndigt und unseren Reptilien ein neues Zuhause gesucht. (welches nicht besser sein k\u00f6nnte!) Wir haben uns sehr auf Finnland gefreut und dachten wirklich, dass wir l\u00e4nger als 1 Monat dort sein d\u00fcrfen. Ja, R\u00fcckblickend waren wir zu naiv. Ein Plan B und C und D w\u00e4re bestimmt gut gewesen. Ich h\u00e4tte es nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten; aber zurzeit f\u00e4llt es mir extrem schwer, mich mit dem Thema &#171;Hund&#187; auseinander zu setzen. Das Lernen f\u00fcr meine Ausbildung zur Hundeverhaltensberaterin f\u00e4llt mir sehr schwer\u2026 Weil so viele negative Gef\u00fchle hochkommen, die eigentlich nichts mit den Hunden zu tun haben. Schlussendlich stehen hinter den Anschuldigungen gegen mich Menschen und keine Hunde&#8230; Ermutigt werde ich von Zora und Bruce und von dem Gedanken, dass ich diese Ausbildung begonnen habe, um Hunden, die M\u00fche haben in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen, helfen zu k\u00f6nnen. Auch wenn der Start in Finnland bereits schwierig war, so haben wir unser Bestes gegeben. Und sind wir ehrlich; w\u00e4re es nicht fair, jemanden auf seine Fehler hinzuweisen, anstatt nach so kurzer Zeit zu sagen, ihr k\u00f6nnt wieder Heim? Mir wurde noch nie gek\u00fcndigt&#8230; Aber ich glaube nicht, dass es normal ist jemandem zu k\u00fcndigen, nur weil er demotiviert aussieht, ohne ihn auch nur 1x darauf hinzuweisen, oder zu fragen, ob etwas nicht in Ordnung sei, ob er vielleicht etwas freundlicher schauen k\u00f6nnte. Wobei ich ehrlichgesagt denke, dass es den Hunden egal war, ob ich grinste oder nicht, oder ob ich eben meinen neutralen-autistischen Gesichtsausdruck drauf hatte. Die Hunde haben gesp\u00fcrt, dass ich Freude an ihnen hatte und dass ich motiviert war und sie genossen es auch, dass ich mit ihnen auf dem Platz herumrannte und spielte. Wobei gerade beim letzte Punkt wurde ja behauptet, dass ich so etwas nicht gemacht h\u00e4tte. Selbst an dem Tag, an dem ich scheinbar so genau beobachtet wurde, habe ich den Hunden Schneeb\u00e4lle geworfen und mit ihnen gespielt. Da haben die Streitereien unserer Nachbarn hier in der Schweiz doch auch etwas Gutes\u2026 W\u00e4ren auf dem Areal in Finnland auch so viele \u00dcberwachungskameras montiert wie hier bei uns, dann h\u00e4tte man ja nachschauen k\u00f6nnen, wie demotiviert oder eben motiviert ich wirklich war. Auch der Vorwurf, dass ich nicht mit den Hunden spazieren ging\u2026 Hmm\u2026 Ok, zugegeben, selbst wenn man mir gesagt h\u00e4tte, dass ich mit den Hunden spazieren gehen soll, h\u00e4tte ich diese Bitte stark hinterfragt, zum Wohle der Hunde. Die Hunde kennen mich nicht nach nur einer Woche, und ich kenne die Hunde nicht. Ich w\u00e4re nicht, mit mir fremden Hunden, in die finnische Wildnis gelaufen. Nicht mit Schlittenhunden, die man nicht an einer Leine f\u00fchren kann. Aber der weitere Verlauf des Ganzen zeigte auch, dass da viel mehr dahinter steckte als einfach nur meine \u201eUnf\u00e4higkeit\u201c. Wieso sonst sollte jemand auf meiner Behinderung herum trampeln, diese als Schwachstelle nutzen, zu erkl\u00e4ren, dass ich seit 30 Jahren die einzige sei, die nicht verstanden habe, wie man mit den Hunden umzugehen hat, es ja aber auch toll sei, so aussergew\u00f6hnlich zu sein. Aussergew\u00f6hnlich? Jeder ist aussergew\u00f6hnlich. Aber so etwas zu schreiben und dies auf eine Behinderung zu beziehen, da fehlen mir wirklich die Worte. Dazu wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das mit meiner Einschr\u00e4nkung niemals hinbekommen h\u00e4tte. Das kann gut sein, denn andere Musher haben mich darauf hingewiesen, dass bei dieser Anzahl Hunde eigentlich 2-4 Helfer ben\u00f6tigt werden. Also ja, wie h\u00e4tte ich das mit meiner Einschr\u00e4nkung hinbekommen sollen? F\u00fcr uns wird klar; wir hatten nie eine Chance&#8230; Dieser Vorwurf, ich w\u00e4re die einzige seit 30 Jahren die nicht verstanden habe&#8230;\u00a0 Naja, ich habe von X Menschen geh\u00f6rt, die ihre Arbeit dort mit den Hunden nicht verstanden haben. Vielleicht habe ich meine Arbeit wirklich nicht gut gemacht, das kann sein, aber ich war bestimmt nicht die erste. Ein seltsames Auf- und Ab, wenn man 1,5 Wochen im Glauben gelassen wird, dass man seine Arbeit gut machen w\u00fcrde, und dann wird man von einer Minute auf die andere freigestellt. Seltsam ist auch, wenn mir eine Person sagt, ich solle eine andere Person in Ruhe lassen, ich w\u00fcrde diese Person zu sehr stressen. 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